Unter diesem Titel steht ein Forderungskatalog der Baselbieter Konferenz der Gewerbe- und Industrievereine (KGIV),
welcher zuhanden der Baselbieter Regierung verfasst wurde und am Mittwochmorgen, 4. September 2019, der Regierung übergeben wurde.

Der im Namen der Regierung von der 1. Landschreiberin Elisabeth Heer Dietrich entgegengenommene Katalog umfasst die folgenden fünf Punkte:

1: Die Behörden wenden bei Sanierungsprojekten konsequent den KGIV-Baustellenforderungskatalog an.
2: Die Behörden planen die Baustellen so, dass der Verkehrsfluss gewährleistet bleibt.
3: Die Behörden stellen den Ausbau & die Verbesserung von Verkehrsüberwachungssystemen und Verkehrsinformation in der Region sicher.
4: Die Behörden stellen ausreichend Parkplätze für das Gewerbe sowie für deren Kunden sicher und weisen dies transparent aus.
5: Der Regierungsrat muss alles Erdenkliche tun, damit die vom ASTRA für die Region geplanten Bauvorhaben zügig realisiert werden und stellt gleichzeitig sicher,
dass eine verbesserte und schnellere Verbindung zwischen den Kantonsteilen erreicht wird.

Der eingehend beschriebene Forderungskatalog steht ab sofort auf der KGIV-Website zum Download bereit. Ebenfalls zu sehen sind dort die im Rahmen der Mobilitätskampagne erstellten Kurzfilme: www.kgiv.ch.

Wie Beat Huesler, der Präsident der KGIV betonte, engagiert sich diese schon seit je in verschiedenen Bereichen für eine Verbesserung der Standortfaktoren für KMU.
«Ein wichtiger Standortfaktor ist die Erreichbarkeit bzw. die Verkehrsanbindung», so Huesler. Dies betreffe sowohl Strasse als auch ÖV, wobei es beim Forderungskatalog
mehrheitlich ums Thema Strasse gehe. Als Präsident von KMU Muttenz sehe er auch, wie es gerade in Bezug auf Baustellenprojekte durchaus gut gehen könne,
sagte Huesler. «Als Beispiel nenne ich die Sanierung der Hauptstrasse in Muttenz. Diese Sanierung war für alle betroffenen KMU eine Herausforderung.»
Doch in diesem Fall hätten die Behörden zielführend agiert. Sie seien frühzeitig auf die KMU zugekommen und hätten auch rasch und transparent informiert.

Gerade in Birsfelden komme man zeitweise kaum noch vom Fleck, sagte Sabine Denner, Präsidentin des dortigen Gewerbevereins. «Sie haben alle davon gehört,
dass wir zeitweise die Quartierstrassen sperren müssen, damit unsere Bevölkerung nicht während der Rushhour im Verkehr erstickt. Aber das kann auf die Dauer ja
nicht die Lösung sein», so Denner. Es liege auf der Hand, dass die bestausgebaute Verkehrsinfrastruktur nichts nütze, «wenn die Leute nicht wissen, wo sie noch freie
Fahrt haben». Es brauche die entsprechenden Informationen. Wie sehr die sich zuspitzende Stausituation im Baselbiet das Gewerbe betrifft, erläuterte
Alain Tüscher, der Präsident des Gewerbe- und Industrievereins Bubendorf und Umgebung: «Wenn wir Fixtermine haben, müssen wir eine halbe bis eine Stunde
früher los. Das kostet Geld und Nerven.» Als Einwohner von Bubendorf mit Arbeitsort in Allschwil erlebe er täglich, wie suboptimal die Verkehrsinfrastruktur in der Region
konzipiert wurde: «Überall sonst ist die Verkehrsinfrastruktur ringförmig ums Zentrum angelegt. Bei uns hingegen muss man zuerst über Basel kehren, wenn man vom
oberen in den unteren Kantonsteil gelangen will.» Lösungsmöglichkeiten gebe es durchaus, so Tüscher, der auf die bereits vor Jahren eingebrachten Vorstösse von
Christoph Buser im Landrat hinwies (5-Punkte-Plan gegen den Verkehrskollaps). Der Plan des Wirtschaftskammerdirektors und Geschäftsführers der KGIV beinhalte unter
anderem Pannenstreifenumnutzungen, Park & Ride und vor allem einen Ausbau der Infrastruktur zu einem Ringsystem um Basel. «Mit einem äusseren und einem inneren Ring ums Zentrum wäre schon viel gewonnen. Und das Zentrum würde entlastet», sagte Tüscher.

Damit sich die Verkehrssituation für das Gewerbe verbessere, brauche es auch im Bereich Parkplätze zusätzliche Anstrengungen, erläuterte Christoph Buser. Deswegen
seien die Behörden gefordert, sicherzustellen, dass ausreichend Parkplätze für das Gewerbe sowie für deren Kunden bestehen und die Parkplätze transparent ausgewiesen werden. Ein weiterer Missstand betreffe die Umsetzung nationaler Vorhaben, sagte der Wirtschaftskammerdirektor, der an den Vorstoss des Solothurner Nationalrats Christian Imark erinnerte. «Er wollte den Muggenbergtunnel rasch verwirklicht sehen. Das Vorhaben fand sogar in Bundesbern eine Mehrheit.» Doch im Baselbiet sei man nicht soweit gewesen mit der Planung, obwohl schon seit Jahrzehnten über den Muggenberg diskutiert werde. «So geht es natürlich nicht», sagte Christoph Buser. Die KGIV fordere darum, dass der Regierungsrat alles Erdenkliche unternimmt, damit die vom ASTRA für die Region geplanten Bauvorhaben zügig realisiert werden und zudem sicherstellt, dass eine verbesserte und schnellere Verbindung zwischen den Kantonsteilen erreicht wird.